Die Behandlung beinhaltet eine ausführliche Schmerzanamnese und Schmerzanalyse. Es kommt eine Kombination individuell abgestimmter Verfahren der Schmerztherapie zum Einsatz wie Medikamente, Injektionen, Stoßwellenbehandlungen, Schröpfmassagen, Akupunktur, Krankengymnastik und physikalische Anwendungen, z. B. Eisabreibungen.
Ergänzt wird dies durch psychologische Verfahren, dazu gehören das Erlernen von Entspannungstechniken oder Schmerzbewältigungsstrategien.

Patienten mit chronischer Schmerzkrankheit bedürfen öfter einer langfristigen und wertschätzenden ärztlichen Begleitung und Behandlung.

Informationen zu den einzelnen Behandlungen finden Sie unter den Stichworten, hier deshalb nur die Beschreibung verschiedener lokaler Behandlungen (Injektionen) die sich bei chronischen Beschwerden bewährt haben

Injektionstherapien

Je nach Befund und Beschwerden setzen wir unterschiedliche Formen der Injektionstherapie ein:

  • Klassische Injektion mit Schmerzmedikament zur Entzündungsbehandlung
  • Neuraltherapie
  • Injektion körpereigener Reparaturzellen aus Eigenblut
  • Injektion zur Knorpelverbesserung mit Hyaluronsäure
  • Proliferationstherapie
  • Homöopathische Injektionsbehandlung

Unter der Injektionstherapie versteht man das gezielte injizieren (Injektion = Spritze) von Medikamenten an den Schmerz- oder Entzündungsort, manchmal auch an weiter entfernt liegende Schmerzpunkte (Triggerpoints). Typischerweise wird dies im Akutstadium bei lokalen Reizungen und Entzündungen durchgeführt, um eine schnelle Rückbildung der Entzündung und zügigere Belastung der Schmerzstelle zu erreichen. Abhängig von den Ursachen der Entzündung können dabei verschiedene Medikamenten eingesetzt werden. Das bekannteste darunter ist Cortison, welches stark entzündungshemmend und damit schmerzlindern wirkt. Obgleich die lokale Injektion von Cortison in der Regel komplikationslos ist, kommt es bei mehrfacherer Anwendung oft zu einer deutlichen Abschwächung der Wirkung und zum zunehmenden Auftreten von Nebenwirkungen. Seltene Nebenwirkungen wie z.B. die Rückbildung des Fettgewebes unter dem Fersenbein haben dazu geführt, dass in unserer Praxis Cortisoninjektionen am Fuß (z.B. Fersensporn/Sehnenreizung) grundsätzlich nicht mehr durchgeführt werden. Bei einem akuten Schmerz am Ellenbogen (Tennisellenbogen) aufgrund einer einmaligen Überlastung ist die Behandlung dagegen oft sinnvoll und führt zu einer schnellen Rückbildung der Beschwerden.

Bei allen chronischen oder wiederholt auftretenden Entzündungen setzen wir, auch aus diesen Gründen, gerne homöopathische Medikamente oder Stoffe aus der Naturheilkunde ein. Diese können erfahrungsgemäß zwar nicht zu einer schnellen, dafür aber einer anhaltenderen Wirkung und zu einer weiteren Rückbildung der Symptome beitragen.

Spezielle Formen der Injektionstherapie beschäftigen sich mit der Injektion von Medikamenten, die bei einer Überbeweglichkeit (Sklerosierungstherapie) oder chronischen Reizungen von Bändern (Proliferationstherapie) eingesetzt werden. Neben der lokalen Therapie schmerzhafter Entzündungen wird die Injektionstherapie auch im Rahmen der Schmerztherapie (Neuraltherapie), der Injektion an Akupunkturpunkten und im Bereich der Behandlung von Arthrosen (Hyaluronsäure) und chronischen Verspannungen sowie beim chronischen Schmerzsyndrom der Halswirbelsäule und Kopfschmerzen (Neural- und Triggerpunkttherapie) eingesetzt. In vielen Fällen reicht in diesen Situationen die lokale Injektion eines leichten Anästhetikums um die Verspannungen zu lösen und den chronischen Schmerzkreislauf zu unterbrechen.

Homöopathische Injektionen

Die Homöopathie unterscheidet sich in ihrem Behandlung- und Therapieverständnis grundsätzlich von den Annahmen der klassischen Schulmedizin. Die Ursprungsidee des homöopathischen ist, mit sehr niedrig dosierter Substanzen den Heilungsprozess so anregen, dass der Körper in seinen Selbstheilungskräften unterstützt wird.

Neben der klassischen Homöopathie in der ein ganz bestimmtes Mittel nach intensiver Befragung und Auswahl individuell für einen Menschen herausgesucht wird, haben sich in der Praxis symptomatische lokale Behandlungen mit schwächer dosierten homöopathischen Medikamenten bewährt. Erfreulicherweise zeigt sich gerade in den Fällen, in denen die Schulmedizin wenig Behandlungsmöglichkeiten anbietet, wie z.B. bei chronischen Reizungen, arthrosebedingten Entzündungen oder immer rezidivierenden Beschwerden eine gute Wirksamkeit der Homöopathie.

In den Fällen, in denen bei akuten Schmerzen vielleicht ein klassisches Schmerz- oder Entzündungsmittel sehr wirksam zur Linderung der Beschwerden beiträgt, kann bei chronischen Reizungen oder Entzündungen dieses Medikament völlig ohne Wirkung bleiben. Bei Entzündungen von Sehnenansätzen (Tennisellenbogen) oder Entzündungen im unteren Rücken, konnten wir immer wieder feststellen, dass bei chronischen Schmerzen selbst Cortison zu keiner deutlichen oder anhaltenderen Wirkung führt. Da es uns in der Behandlung wichtig ist, die bestmögliche Therapie für den Einzelnen herauszunehmen, entscheiden wir deshalb in jeder Situation neu, welches Medikament oder welche Therapieform die geeignetste ist.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass, je chronischer eine Schmerzsymptomatik vorhanden ist, desto weniger lässt sie sich durch die klassischen schul- medizinischen Medikamente anhaltend positiv beeinflussen. Die neueren wissenschaftlichen Studien bestätigen, dass bei chronischen Schmerzen andere Wirkmechanismen vorliegen, die gegenüber der Behandlung von akuten Schmerzen ein deutlich verändertes Vorgehen erfordern.

Bei Verletzungen der Muskeln, Sehnen oder Schmerzen des Rückens, bestehen nach unseren Erfahrungen die besten Ergebnisse, wenn das homöopathische Medikament lokal an den Ort der Reizung oder des Schmerzes injiziert wird. Es scheint, dass dadurch zusätzlich schmerztherapeutisch wirksame Reflexe und Stoffwechsel-anregungen, ähnlich wie bei der lokalen Akupunktur, entstehen und die Wirkung des homöopathischen Medikamentes verstärken.

Hinweise zur Selbstmedikation mit homöopathischen Medikamenten bei orthopädischen Beschwerden und eine kurze Anleitung finden sie auch im Schnellhelfer Rückenschmerz.

Proliferationstherapie / Sklerosierungstherapie

Unter der Sklerosierungstherapie, auch Proliferationstherapie genannt, versteht man ein Verfahren zur Stabilisierung von Gelenken oder Gelenkkapseln. Hierbei wird ein Mittel, zumeist eine Zuckerlösung, an die Gelenkkapsel injiziert. Durch die damit verbundene Aktivierung der Zellen wird die Bildung stabilisierender Kollagenfasern gefördert. Schmerzen an der Wirbelsäule und Gelenken sollen hiermit gelindert werden. Diese Methode wird auch mit Erfolg in der Behandlung des Tennisellenbogen (Epicondylitis) eingesetzt.

Chronische Schmerzkrankheit

Die spezielle Schmerztherapie dient der Erkennung und Behandlung von chronischen Schmerzen. Der Schmerz kann sich in solchen Fällen zu einem eigenständigen Krankheitsbild, der chronischen Schmerzkrankheit, entwickeln.

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